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Reisetagebuch
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Rheinrauschen-Sinfonie: Frühlingstanz mit Beethoven

26. Februar 2026 | Ricarda Rommerscheidt (Bonn)

Heute ist Frühlingswetter, also beschließe ich, zu Fuß am Rhein entlang zu laufen.

Ludwig van Beethoven geht mir währenddessen durch den Kopf: Ob er wohl auch so gerne allein lief, um nachzudenken, vielleicht um im Kopf zu komponieren? Ich denke an meine ersten Versuche, „Klangteppiche“ zu zeichnen, sehe die Wasserkräusel auf dem aktuellen Hochwasser und langgezogene Schattenrisse der Bäume auf dem Boden - alles Muster und Wiederholungen - wie bei einem Teppich oder bei einer Sinfonie.

Ich sehe in den Wellen Linien/Zeichnungen, hat Beethoven darin „Musik gesehen“?

Ich spüre den Wind, wiege sanft meinen Körper dazu, hinterlasse eine unsichtbare Bewegungsspur (ich tanze für mein Leben gern) - hätte er eine Melodie darin erahnt? Ich höre das Wasser ans Ufer klatschen, regelmäßig - Rhythmus-Sinfonie? Der Himmel ist so blau über dem Siebengebirge, ich muss einfach ein Foto machen.

Auf dem Rückweg fällt mir zum ersten Mal eine Station der „BTHVN Story“ auf, Nr. 6 „Rheinufer“ mit einer alten Abbildung des Siebengebirges. Ich zitiere einen Teil daraus: Aus Wien schrieb Ludwig van Beethoven 1801 seinem Bonner Freund Franz Gerhard Wegeler:

„Mein Vaterland, die schöne Gegend, in der ich das Licht der Welt erblickte, ist mir immer so schön und deutlich vor Augen, als da ich Euch verließ. Kurz ich werde die Zeit als eine der glücklichsten Begebenheiten meines Lebens betrachten, wo ich Euch wiedersehen und den Vater Rhein begrüßen kann."

(Foto: privat)