Zwischen Traum und Takt: Phantom-Leben ohne amtlichen Ausweis?
In Wiens dämmernder Umarmung fährt die Linie 1, ein Geisterschiff aus Licht und Schatten. Wenige Seelen darin, wie Schatten im Nebel. Beethoven tritt ein, das Handy wie eine neue Partitur umklammernd, Sinfonien aus Wörtern in seinem tauben Haupt – der Fahrschein ein Echo ferner Welten.
Der Kontrolleur, höflich wie ein Kammerdiener: „Fahrkarte, bitte?“ Keine Reaktion. „Entschuldigung, mein Herr. Ohne gültigen Fahrschein muss ich ein Beförderungsentgelt über 100 Euro erheben. Ihren Ausweis bitte.“ Beethoven, verloren in innerem Orchester, blickt durch ihn hindurch. „Mitkommen, wir regeln das draußen.“
Die Bahn hält an. Türen fauchen. Und der Titan bricht los: „Was wagt Ihr, mich zu verjagen aus Eurem Gefährt?! Ich bin Ludwig van Beethoven!“ Der Kontrolleur, verblüfft: „Sind Sie… Beethoven? Ludwig – der Komponist? Ein übler Scherz!“
Doch siehe da – eine Muse, Fiedel in der Seele, naht: „Halt! Er hört nichts. Nehmt dies für ihn.“ Goldene Münzen blitzen wie Noten. Ihr Flüstern an den Tauben: „Deine Klänge sind die echte Reise.“ Der Kontrolleur lacht auf: „Ein Genius in meiner Schicht! Fahrt frei für dieses Schauspiel heute.“ Beethoven, Fäuste drohend wie Dirigentenstab, braust zurück an Bord.
Blinzeln – der Vorhang fällt. Traum zerrissen!
Beethoven selbst spricht es: „Nichts ist schöner als ein fester Anker!“
Unser Phantom braucht einen amtlichen Ausweis, sonst tobt er ewig durch die Stationen.
Papierkram-Ouvertüre, beginnt!
Lach…
