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Reisetagebuch
Neue Werke

La Marmotte im Klangkreis: Wenn Flöte Zeichnung tanzen lässt!

16. März 2026 | Ricarda Rommerscheidt (Bonn)

Gestern habe ich die „La Marmotte“-Zeichnung vollendet.

Anke Kreuz hatte mir Ende Februar das Lied zweimal hinter einander auf ihrer Querflöte vorgespielt: Beim ersten Mal benutzte ich einen dünnen schwarzen Tusche-Stift, beim zweiten Mal einen hellgrünen. Die Melodie kam für mich so hüpfend daher, dass ich an Frühlingstänze und Maibräuche dachte - Leichtigkeit, die für mich durch Hellgrün transportiert wird.

„La Marmotte“ war die sechste Zeichnung, die bei unserer Begegnung zwischen Flöte und Zeichnung entstand. Nach fünf Zeichnungen hatten wir eine Pause eingelegt und uns über Klang unterhalten: Wie breitet sich Klang in einem Raum aus? Und wie habe ich ihn bisher gezeichnet? Bisher in einer linearen Bewegungsrichtung. Also beschloss ich, dies bei der nächsten Zeichnung zu ändern.

Während die rechte Hand zeichnete, drehte ich mit der linken Hand permanent die Zeichenpappe im Kreis. Wie passend, dachte ich später, denn ich sah während des Stückes alte Kreistänze vor meinem inneren Auge. Die Weiterbearbeitung der Zeichnung verlief schleppend über viele Tage, bis ich schon dachte, nun „ist alles verloren“. Das sind so die Momente in der Malerei, wo es einer klaren Entscheidung bedarf, mitunter wird dadurch eine stundenlange Arbeit „vernichtet“, in meinem Fall „unsichtbar“, weil sie komplett mit schwarzer Tusche übermalt wurde.

Hinweis: „La Marmotte“ (auch bekannt als Marmotte) ist ein Kunstlied von Ludwig van Beethoven (Op. 52, Nr. 7), welches um 1790 entstand. Das Lied ist heute ein beliebter Klassiker im Musikunterricht und wird oft von Chören oder als Klavierbegleitung aufgeführt. Der Text stammt aus dem Jahrmarktsfest zu Plundersweilern von Johann Wolfgang von Goethe.
"Ich komme schon durch manche Land’,
Avecque la marmotte,
Und immer was zu essen fand,
Avecque la marmotte."

(Copyright: Ricarda Rommerscheidt)