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Reisetagebuch
Beethoven-Nachricht

Aus der Zeitkapsel: Emilies Verehrung erreicht Beethovens Wien!

03 March 2026 | Emilie M. (Hamburg)
Hamburg, den 1. März 1813

Mein hochverehrter Herr van Beethoven!

Wohl ist es eine Ungebühr, daß ich erst heute die Feder ergreife, um jene gütigen Zeilen zu beantworten, die Ihr im vergangenen Sommer aus Teplitz an mich, ein geringes Kind, zu senden geruhtet. Doch wisset, mein lieber Herr van Beethoven, daß Eure Worte mein Herz so tief erschütterten, daß ich erst die Stille suchen mußte, um die rechte Antwort zu finden. Ich übergebe diesen Brief nun der Post in der inständigen Hoffnung, daß er Euch wohlbehalten und in bester Gesundheit in Eurer Wiener Wohnung erreichen möge.

Ihr schriebt mir, ich solle nicht bloß die Kunst treiben, sondern „auch in ihr Inneres dringen“, da nur die Kunst und die Wissenschaft den Menschen bis zur Gottheit heben“. Diese Worte habe ich mir zum Heiligthum gemacht. Wenn ich an meinem Claviere sitze und Eure göttlichen Weisen spiele, so ist mir, als öffnete sich eine Pforte zu einer Welt, die weit über das Irdische hinausreicht.

Ihr spracht so demüthig davon, daß der „wahre Künstler keinen Stolz“ habe und „dunkel fühle, wie weit er vom Ziele entfernt ist“. Wie sehr beschämt mich diese Äußerung aus Eurem Munde! Wenn Ihr, der Ihr die Geisterwelt mit Euren Tönen beherrschet, Euch noch fern vom Ziele wähnt, wie soll ich mich da jemals würdig erweisen? Doch Ihr gabt mir die Hoffnung, daß ich, wenn ich nur fest beharre, dereinst tiefer in jene Geheimnisse blicken darf.

Verzeihet der kleinen Emilie ihr langes Säumen. Doch seid versichert: „Vielleicht bewundern mich Andere“, schriebt Ihr, doch ich bewundere Euch nicht bloß, ich verehre in Euch den Boten des Höchsten.

Ich verbleibe in tiefster Dankbarkeit und Ehrfurcht, als Eure stets bemühte Schülerin.
Emilie

Amtlicher Vermerk der Logistik-Zentrale Wien-Zentrum, 03.03.2026
Gegenstand: Zustellung eines historischen Poststücks
Das vorliegende Schreiben wurde bei Sanierungsarbeiten im Fundament des ehemaligen k.k. Postamtes in einer versiegelten Lederkapsel entdeckt. Aufgrund der präzisen Adressierung an einen „Herrn L. van Beethoven“ und der philatelistischen Einordnung in das Jahr 1813 wurde das Dokument fachgerecht gesichert und dem Technischen Museum Wien zur Konservierung übergeben.
Gezeichnet, i.A. der Post-Archiv-Kommission 2026

Hinweis zur Historie:
Dieser Brief ist die fiktive Antwort auf ein reales historisches Dokument. Ludwig van Beethoven schrieb am 17. Juli 1812 aus Teplitz an die damals acht- bis zehnjährige Emilie M. aus Hamburg, nachdem diese ihm eine selbstgefertigte Brieftasche und einen bewundernden Brief geschenkt hatte. Beethovens Antwort gilt als eines seiner bedeutendsten Zeugnisse über sein Kunstverständnis. Das Originalschreiben des Komponisten kann im Digitalen Archiv des Beethoven-Hauses Bonn eingesehen werden.
(KI generiertes Bild mit CHatGPT)