Drei Fragen an: Johannes Gärtner
Was hat Dich bewogen, das Tour-Projekt 2026 mit einem fiktiv-lebenden Ludwig van Beethoven ins Leben zu rufen?
Es gibt Brennpunkte, Kristalle in unserer Kultur, an denen sich die Vergangenheit und auch die Zukunft fast in Gänze brechen und spiegeln können. Beethoven ist so ein Kristall, der, wenn auch von mancher Seite recht roh geschliffen, uns viel über uns selbst und unser Gegenüber erzählen kann. Mit so einem Kristall auf Reisen zu gehen - was kann da nicht alles entstehen? Musik, Leben als Abenteuer! Ein Motto meiner Theater-Produktionsgesellschaft CERCA DIO ist „Besonderes Theater an besonderen Orten". Ich freue mich sehr darauf, mit Beethoven zusammen besondere Orte aufzusuchen.
Wenn Beethoven Dir gegenüber sitzen würde: Welche Themen sprichst Du an? Welche Fragen stellst Du?
An welcher Reibungsfläche entzünden Sie Ihre Flamme? Was treibt Sie zu Entscheidungen? Wenn wir Ihre Art, Fragen zu stellen und Ihre Suchbewegung ins Heute transponieren: Was fragen Sie heute? Und wer ist Gott für Sie?
Wenn Du entscheiden musst, welche drei Werke von Beethoven in Deinem Ranking oben stehen – wie antwortest Du?
Als Schauspieler ist es für mich natürlich die Egmont-Schauspielmusik, ganz sicher seine Vertonung der ersten zwei Strophen der Schillerschen Ode - zu dieser Musik erklingt mein Schiller-Programm und am Abend sind es seine letzten Streichquartette, aus denen Richard Wagner den Tristan entwickelte: Ich glaube an Gott, Mozart und Beethoven!